Auf den ersten Blick klein und unscheinbar am alten Dorfrand gelegen befindet sich
die Katharinen-Kapelle von Steinheim. Der wuchtige Turm mit seinem gotischen
Fenster stammt noch aus dem Mittelalter. Das dazugehörige steinerne Kirchenschiff
wurde im 30-jährigen Krieg zerstört. Der Wiederaufbau erfolgte im preiswerteren
Fachwerkstil. Diese Fachwerkkapelle war im Laufe der Zeit so baufällig geworden,
dass sie Anfang des 19. Jahrhunderts nicht mehr für Gottesdienste genutzt werden
konnten. Bis in die 1850er Jahre fand der Gottesdienst dann in einer örtlichen
Scheune statt.
Auf Initiative von Pfarrer Friedjoff Koss (1956-1964) hin wurde die Fachwerkkirche
abgerissen. Nach Aussagen älterer Dorfbewohner hatte sie zum Schluss als
Unterstand für Landmaschinen gedient. An ihre Stelle trat ein Neubau, und auch die
seit über 100 Jahren nicht mehr stattindenden Gottesdienste wurden wieder
aufgenommen. Heute lädt die Kapelle nicht nur zu Sonntagsgottesdiensten ein,
sondern auch zu Veranstaltungen wie z.B. einer Andacht zur Sterbestunde Jesu am
Karfreitag-Nachmittag, für die ein kleinerer Rahmen eher angemessen ist.
Eine Besonderheit stellt die Glocke dar. Sie stammt aus dem Jahre 1492 und hing
ursprünglich in der Cyriacus-Kapelle des jetzt wüst gefallenen Dorfes Kirch-Grass.
Stefan Römer
Stefan Römer
Stefan Römer
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