Hoch oben auf einem Basaltkegel thront die Rodheimer Kirche, umgeben vom
Friedhof des Dorfes. Von Steinheim oder Hungen kommend, beherrscht sie
die Horloffaue. Sowohl die Lage als auch einige Flurnamen sprechen dafür,
dass sich an dieser Stelle schon in keltscher Zeit ein heiliger Ort befand.
Von iroschottschenMissionaren im 7. Jahrhundert christianisiert, muss es schon
um das Jahr 1000 eine große, aus Stein gebaute Kirche gegeben haben. Von ihr
hat sich nur noch das alte romanische Taufbecken erhalten, das viele Jahre im
Pfarrhof als Pferdetränke gedient hat, bevor es dann bei der letzten Renovierung
804 als Gemeinde mit Kirche erwähnt wieder seinem ursprünglichen Zweckzugeführt
wurde. Da aber Rodheim schon wird, hat auch dieser heute verschwundene Bau
einen oder mehrere Vorgänger gehabt.
Die ursprünglich katholische Kirche war dem Heiligen Alban geweiht. Ihr zugeordnet
waren die Kapellen in Langd, Steinheim und Graß sowie die Kirche in Heuchelheim in
der Wetterau. In den 30er Jahren des 16. Jahrhunderts schloss sich die Gemeinde
dann dem evangelisch-lutherischen Bekenntnis an.
Der gotische Turm trägt die Jahreszahl 1380. Auf den heutigen Betrachter wirkt er
etwas kurz geraten. Dies soll von einem Blitzschlag herrühren, der einen Teil des
Turmes zerstört hat. Da das Geld für einen vollständigen Wiederaufbau fehlte, setzte
man kurzerhand auf den noch heilen Teil einfach ein neues Dach drauf. Sein Geläut
besteht aus drei Glocken. Eine, schlank und schlicht, stammt noch aus dem
Mittelalter. Die zweite Glocke trägt die Inschrift: In Gottes Namen floss ich Johann
Phillipp Bach von Hungen goss mich Anno 1778. Darunter sind St. Michael beim
Kampf mit dem Drachen und zwei Engelsköpfe abgebildet. Die dritte Glocke wurde
1902 gegossen, 1917 im Zuge des 1. Weltkriegs eingeschmolzen und 1922 feierlich
durch ihre Nachfolgerin ersetzt.
Das heutige barocke Kirchenschiff wurde im Jahre 1776 fertiggestellt. Bei seiner
Erbauung wurde die Reste der Vorgängerbauten beseitigt und die Anlage gedreht.
Von den ursprünglich drei Eingängen sind noch zwei in Betrieb. Die Kanzel erhielt
ihren jetzigen Platz um 1850, die ihr gegenüberliegende Orgel ihre Gehäuse erst
1905. Hell und freundlich gestaltet lädt der Raum zu Gottesdiensten und Konzerten
ein.
Stefan Römer
Stefan Römer
Stefan Römer
Stefan Römer